Der Tag der ist so freudenreich


Der Tag der ist so freudenreich
Aller Kreature,
Denn Gottes Sohn vom Himmelreich
Über die Nature
Von einer Jungfrau ist geborn:
Maria, du bist auserkorn,
Daß du Mutter wärest:
Was geschah so wunderlich?
Gottes Sohn vom Himmelreich
Der ist Mensch geboren.


Ein Kindelein so löbelich
Ist uns geboren heute
Von einer Jungfrau säuberlich
Zu Trost uns armen Leuten.
Wär uns das Kindlein nicht geborn,
So wären wir allzumal verlorn,
Das Heil ist unser aller.
Ei du süßer Jesu Christ,
Daß du Mensch geboren bist,
Behüt uns vor der Hölle.


Als die Sonn durchscheint das Glas
Mit ihrem klaren Scheine,
Und doch nicht versehret das,
So merket allgemeine:
In gleicher Weis geboren ward
Von einer Jungfrau rein und zart
Gottes Sohn der werte;
In ein Kripp ward er gelegt,
Große Marter für und trägt
Hie auf dieser Erde.


Die Hirten auf dem Feld warn,
Erfuhren neue Märe
Wohl von den engelischen Scharn,
Wie Christ geboren wäre,
Ein König übr all König groß:
Die Red Herodem sehr verdroß,
Aussandt er seine Boten:
Ei wie gar ein falsche LIst
Erdacht er wider Jesum Christ!
Die Kindlein ließ er töten.

Ach Gott, vom Himmel sieh darein


Ach Gott, vom Himmel sieh' darein
Und lass' dich des erbarmen,
Wie wenig sind der Heil'gen dein,
Verlassen sind wir Armen:
Dein Wort man laesst nicht haben wahr,
Der Glaub' ist auch verloschen gar
Bei allen Menschenkindern.


Ach Gott, vom Himmel sieh' darein
Und lass' dich des erbarmen,
Wie wenig sind der Heil'gen dein,
Verlassen sind wir Armen:
Dein Wort man laesst nicht haben wahr,
Der Glaub' ist auch verloschen gar
Bei allen Menschenkindern.


Gott woll' ausrotten alle Lehr'r,
Die falschen Schein uns lehren,
Dazu ihr' Zung' stolz offenbar
Spricht Trotz, wer will's uns wehren?
Wir haben Recht und Macht allein,
Was wir setzen, das gilt gemein;
Wer ist, der uns soll meistern?


Darum spricht Gott: Ich muß auf sein,
Die Armen sind verstöret,
Ihr Seufzen dringt zu mir herein,
Ich hab' ihr' Klag' erhöret.
Mein heilsam Wort soll auf den Plan,
Getrost und frisch sie greifen an
Und sein die Kraft der Armen.


Das Silber durch's Feuer siebenmal
Bewaehrt, wird lauter funden:
Am Gottes Wort man warten soll
Desgleichen alle Stunden:
Es will durch's Kreuz bewaehret sein,
Da wird sein' Kraft erkannt und Schein
Und leucht't stark in die Lande.


Das wollst du, Gott, bewahren rein
Fuer deisem argen G'schlechte,
Und lass uns dir befohlen sein,
Das sich's in uns nicht flechte,
Der gottlos' Hauf' sich umher findt,
Wo diese lose Leute sind
In deinem Volk erhaben.

















Using Format